– Gegenbesuch in Bonn (19.-26.9.2026) –
Eine Woche, 24 junge Menschen aus Deutschland und Polen und drei Städte (Bonn, Köln und Rotterdam) – erneut ist eine Austauschwoche erfolgreich zu Ende gegangen. Im kommenden Jahr feiert der Austausch zwischen dem Hardtberg-Gymnasium Bonn und dem XI. Liceum in Poznań das 25jährige Jubiläum – eine Erfolgsgeschichte!
Und das berichten die Schüler und Schülerinnen über den Austausch.
Wochenende (Beispielbericht):
Basia: Am Samstag mussten früh aufstehen. Die Reise nach Deutschland war sehr anstrengend, aber wir hatten Zeit, um uns zu unterhalten und um uns besser kennenzulernen. Wir waren sehr glücklich, als wir endlich angekommen sind und wir unsere Austauschpartner sehen konnten. Dort haben wir die Familien von unseren Freunden getroffen, haben mit ihnen gesprochen und eine gute Zeit gehabt. Vor dem Abendessen haben wir noch bei einem Second-Hand Laden vorbeigeschaut. Nach dem Abendessen mussten wir schlafen gehen, weil am Sonntag ein aufregender Tag auf uns wartete.
Kian und Basia: Am Sonntag mussten wir wieder früh aufstehen, da es für uns ins Phantasialand ging. Wir sind mit Bus und Bahn angereist und waren um circa 9:00 Uhr vor den Toren. Dort haben wir dann auf alle andern gewartet, und dann konnte der Tag schon starten. Einige von uns sind hauptsächlich Achterbahn gefahren, andere sind entspannteren Aktivitäten nachgegangen. Leider regnete es den ganzen Tag und wir waren ziemlich durchnässt, doch das hielt uns nicht davon ab, den ganzen Tag dort zu verbringen. Insgesamt sind wir über acht verschiedene Achterbahnen und ähnliche Attraktionen gefahren, haben mehrere der Liveshows besucht und haben dort auch gegessen. Einzelne aus der Gruppe waren sogar verrückt genug, die Wildwasserbahn im strömenden Regen zu besuchen und durften deswegen zweimal hintereinanderfahren. Für unsere Austauschpartner waren die verschiedenen Bereiche auch sehr spannend und sie waren sehr von der Größe des Parks beeindruckt. Außerdem hatten wir ziemlich Glück mit den Wartezeiten, da der Park aufgrund des Wetters weniger Besucher hatte. Nach siebeneinhalb anstrengenden, aber spaßigen Stunden haben wir uns dann auf den Weg zurück gemacht. Dort haben wir kurz das Schloss in Brühl besichtigt Und haben dann die Bahn zurück nach Bonn genommen. Ein paar von uns haben den Abend noch zusammen verbracht und haben den polnischen Austauschschülern deutsche Memes und Witze gezeigt.
Montag und Dienstag in Rotterdam
Eveline, Milena, Hania, Maria: Am Montag haben wir uns – müde, aber glücklich vom ereignisreichen Sonntag – um acht Uhr an der Schule getroffen. Unser Bus nach Rotterdam kam kurze Zeit später und nachdem wir unser Gepäck verstaut haben, ging die vierstündige Fahrt los! Während der Fahrt haben wir gespielt, geredet oder einfach geschlafen ;). Als wir endlich im Hostel Room Rotterdam ankamen, haben wir unser Gepäck in die liebevoll und individuell gestalteten Zimmer gebracht. Dann ging es direkt weiter mit einer Stadt-Rallye, die uns durch die Straßen von Rotterdam führte. Dabei konnten wir leckere Spezialitäten in der Food Hall testen, die Erasmus Statue betrachten, am alten Hafen entlang schlendern und darüber knobeln, wie das Leben in einem Kubushaus wohl aussieht.
Am Nachmittag haben wir die Ausstellung „Remastered – alte Meister neu erleben“ besucht. In den verschiedenen Ausstellungsräumen wurden Bilder alter niederländischer Meister (z.B. Hieronymus Bosch oder Rembrandt) zum Leben erweckt. Vorher konnten wir noch ein Bild malen, dass durch Einscannen an eine Wand projiziert und dadurch Teil der Ausstellung wurde. Durch einen LED-Gang ging es in die verschiedenen Räume – den Underworld Raum, den Overworld Raum, das Studio Smack und den Dutch Masters Raum. Erstaunt und beeindruckt sind wir zum Hostel zurückgekehrt, wo es Curry zum Abendessen gab. Danach sind wir alle mit den Lehrern in der abendlichen Stadt spazieren gegangen. Es war sehr lustig, da wir viel geredet und gelacht haben und uns untereinander besser kennengelernt haben. Beim Sonnenuntergang wurden außerdem diverse Fotoshootings gemacht!
Als wir wieder am Hostel waren, mussten wir noch unsere Betten beziehen. Um 23 Uhr war Nachtruhe, aber bis dahin haben wir uns in einem unserer Zimmer getroffen und Karten gespielt und viel geredet. Aber nach dem aufregenden Tag war es auch schön, sich danach ins Bett fallen zu lassen und zu schlafen – wir mussten ja fit sein für den nächsten Tag!
Theo und Karolina: Am Dienstag standen wir gegen 7:30 Uhr auf und frühstückten gemeinsam im Hostel. Aufgetischt wurden verschiedene Arten von Brot, dazu Käse, Schinken und Nutella sowie etwas Obst. Anschließend hatten wir Zeit, die Betten abzuziehen und uns für den Tag fertigzumachen.
Wir beeilten uns, um rechtzeitig am Pier anzukommen, von dem aus wir eine Bootstour unternehmen würden. Nachdem uns die Skyline von Rotterdam gezeigt wurde, fuhren wir in den, wie wir lernten, größten Hafen Europas. Man zeigte uns dort u.a. die Hangars, in denen früher die Schiffe repariert und gefertigt wurden.
Einen Spaziergang über die Rasmus Brücke entfernt wartete im Anschluss unser Mittagessen im Restaurant „By Amy“ auf uns. Manche mochten sie nicht, der Großteil aber schon: Sandwiches mit Fisch, Fleisch oder Gemüse wurden uns hier in der schönen Location serviert. Später hatten wir Zeit, die Stadt weiter zu erkunden und Souvenirs für uns und unsere Familien zu kaufen. In einem beeindruckend großen Buch- und Musikladen fand ich eine CD, die mir sofort gefiel „Origin of Symmetry“ von der Band Muse. Am Bus, der uns nun in nur drei Stunden nach Hause bringen würde, kamen wir erschöpft an. Eine heitere Rückfahrt ließ unseren schönen Kurztrip nach Rotterdam ausklingen. Zurück in Alfter aßen wir schnell herausragend gute Nudeln mit Pesto, die uns als Stärkung einen guten Dienst leisteten. Wie auch schon die vorigen Abende, bestand unser Abend aus einer ausgiebigen Runde EA FC26, bei der Karolina uns (meine Schwester und mich) an die Wand spielte. Gewohnt spät fielen wir gegen Mitternacht ins Bett.
Mittwoch in Köln
Alexis und Emilia: Am Mittwoch sind die Austauschpartner um 8:00 Uhr von der Schule nach Köln gefahren. Dort haben sie den imposanten Kölner Dom besichtigt. Was besonders interessant für die Austauschpartner war, waren die Fenster, die schöne Farben und Motive hatten. So schien das Licht bunt in den Dom hinein.
Nach der Besichtigung des Kölner Dom ging die polnische Gruppe ins Museum Ludwig, wo es einen Workshop für sie gab. Sie lernten vor allem viel über den Expressionismus und durften ihre Deutschkenntnisse anwenden, da der Workshop „Deutsch lernen mit Kunst“ hieß. Danach erkundete die Gruppe die Altstadt von Köln, bewunderte die Hohenzollernbrücke, den Rhein sowie die schöne Aussicht vom Kölner Ufer. Dazu gab es leckere Pommes. J
Gegen 15 Uhr kamen auch wir, die deutschen Schüler und Schülerinnen, nach Köln und verbachten den Rest des Tages gemeinsam mit unseren Austauschpartnern. Wir sind in kleineren Gruppen durch die Stadt gelaufen, haben gemeinsam geshoppt und genossen sehr guten Kaffee. Gegen 18:00 Uhr lösten sich die Gruppen so auf, dass es eine Gruppe gab, die nachhause gefahren ist, und eine Gruppe, die den Rest des Abends in Köln verbracht hat. Am Abend wurden zu Hause noch Brettspiele mit der Familie gespielt – und wie immer wurde viel geredet und gelacht.
Donnerstag in Bonn
Eva-Lotta und Iga: Am Donnerstag Morgen sind wir gemeinsam mit den polnischen Austauschpartnern zur Schule gegangen. Während die Deutschen am Vormittag im Unterricht saßen, erkundeten die polnischen Schüler:innen unsere Schule (Klassenräume, Cafeteria, Schulgarten, Bücherei), lösten ein Quiz über Bonn und das Rheinland glänzten in einem Puzzle-Wettbewerb. Zu gewinnen gab es, wie es sich für Bonn gehört, Haribos!
Nach der zweiten Stunde sind die Polen ins Zentrum gefahren, um die Stadt – und insbesondere den berühmtesten Bonner – näher kennenzulernen. Im Beethoven-Haus gab es eine spannende Führung von einer netten Frau in polnischer Sprache. Unsere polnischen Gäste erfuhren viel über das Leben von Beethoven. Vor Ort sind viele Musikinstrumente und Gegenstände aus Beethovens Leben ausgestellt, sodass die Führung sehr anschaulich war. Außerdem gibt es aktuell im Beethoven-Haus eine Ausstellung über den bekannten Künstler Andy Warhol, der Beethoven sehr gerne mochte. Nach einem kniffligen Escape Game in der Stadt, in dem die polnischen Schüler einen Kriminalfall über Ludwig van Beethoven gelöst haben, haben wir uns wieder alle in der Stadt getroffen. Den Rest des Tages haben wir in Bonn verbracht. Dort waren wir shoppen und im Extrablatt etwas essen oder trinken. Ab 20 Uhr hat sich die Gruppe aufgeteilt und wir sind nach dem ereignisreichen Tag müde nach Hause gefahren.
Freitag in Bonn
Suni und Wiktoria: Unser Freitagmorgen begann mit einem kurzen gemeinsamen Frühstück in unseren Familien. Da wir gutes Wetter hatten, haben wir uns anschließend mit dem Fahrrad auf den Weg zur Schule gemacht. Dort konnten unsere polnischen Austauschpartner:innen in den ersten beiden Stunden das Unterrichtgeschehen an unserer Schule miterleben. Da es viele Unterschiede zwischen dem polnischen und dem deutschen Unterricht gibt, war es für sie sehr spannend. Etwas, das sie aus dem polnischen Unterricht fast gar nicht kannten, waren Gruppenarbeiten. In polnischen Schulen scheint es mehr Lehrervorträge und Einzelarbeiten zu geben. Während der Unterricht in Polen oft strenger und weniger kommunikativ abläuft, überraschten sie hier die aktive Beteiligung des Kurses und die Diskussionen im Unterricht.
Nach der zweiten Stunde trafen wir uns mit der gesamten Gruppe, um an verschiedenen Projekten zu arbeiten und unsere Erlebnisse der ganzen Woche zu reflektieren. Dabei entstand auch dieser Bericht. J In unserem Projekt beschäftigten wir uns mit polnischen und deutschen Sprichwörtern und suchten dabei nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Es fiel dabei auf, wie viel man durch Sprichwörter über die andere Kultur lernen kann. Überraschend fanden wir die gemeinsamen Redewendungen und die darin häufig enthaltenen kleinen Unterschiede, die die jeweilige kulturelle Färbung zeigten. Der Redewendung „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ entspricht zum Beispiel „Kto rano wstaje, temu Pan Bóg daje.“ (Wer früh aufsteht, den entlohnt Gott.), was zeigt, welche wichtige Rolle Religion für die Identität des Landes spielt.
Nach der Vorstellung unserer Projekte sind wir nach Hause gefahren und haben ein letztes Mittagessen zusammen in unseren Familien gehabt. Anschließend haben wir uns mit den Lehrern im Haus der Geschichte getroffen. In der neuen Dauerausstellung gab es viele interaktive Stationen und Alltagsgegenstände zu sehen, wie ein selbst gebautes Fluchtflugzeug, eine Puppenwiege aus der Nachkriegszeit und das originale Grundgesetz von 1949. Wir haben viel gelernt und die Museumsmitarbeiterinnen haben immer wieder versucht, die deutsch-polnischen Beziehungen anhand der Ausstellungsstücke zu thematisieren. Für die polnischen Austauschschüler:innen war es sehr spannend zu erleben, wie sich Deutschland seit 1945 entwickelt hat. Zum Abschluss der Ausstellung gab es dann noch ein besonderes Highlight: Eine interaktive Medieninstallation unter dem Motto ,,Du bist Teil der Geschichte‘‘. Dort wurden unsere Silhouetten live gefilmt und direkt mit historischen Aufnahmen vermischt – zum Beispiel mit den Menschen, die 1989 auf der Berliner Mauer tanzten.
Danach sind wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause gefahren. Wir haben uns alle kurz frisch gemacht, bevor wir uns am Abend zur Abschlussfeier bei Marie getroffen haben. Dort waren noch einmal alle dabei. Es wurde ein sehr schöner und spaßiger Abend, an dem wir gemeinsam gegessen, getanzt und gelacht haben.
…und am Samstag fiel uns der Abschied sehr schwer. Wir zögerten die Abfahrt des Busses hinaus und mussten die eine oder andere Träne wegwischen. Schön war’s!
