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 "Für gewöhnlich zweifeln wir nicht an der Existenz des  Bodens unter unseren Füßen oder des Baumes  draußen vor dem Fenster oder unserer eigenen  Zähne. Ja, die meiste Zeit denken wir noch nicht  einmal an die psychischen Zustände, die uns diese  Dinge wahrnehmen lassen, sondern scheinen die Welt  direkt wahrzunehmen. Woher wissen wir jedoch, ob  es ihre Dinge auch wirklich gibt? Wäre es denn anders  für uns, wenn sie nur in unserem Bewusstsein  existierten – wenn all das, was wir dort draußen für  die wirkliche Welt hielten, nichts als eine gigantische  Halluzination oder ein Traum wäre, aus dem wir  niemals aufwachen werden?" (Aus: Thomas Nagel: Was  bedeutet das alles? Eine ganz kurze Einführung in die  Philosophie. Aus dem Englischen übersetzt von Michael  Gebauer. Reclam: Stuttgart 1990. S. 9.)

Dieser Auszug  aus einer Einführung des amerikanischen Philosophen  Thomas Nagel, die man übrigens auch im Philosophieunterricht behandeln kann, lädt nicht nur direkt zum eigenen Philosophieren ein, er verdeutlicht auch indirekt, was Philosophieren überhaupt bedeutet.Aufgaben der PhilosophieEs bedeutet nämlich zunächst einmal, sehr allgemeine Überzeugungen und Vorstellungen über die Welt und sich selbst in Frage zu stellen – Vorstellungen, die man meist von anderen übernimmt, ohne genauer über sie nachzudenken. Besteht die Aufgabe der Philosophie also auf der einen Seite im Aufspüren und Infragestellen selbstverständlicher Überzeugungen, so ist die andere Seite das genaue Be- und Durchdenken der aufgeworfenen Fragen. Dies geschieht im Philosophieunterricht sowohl durch eigene Überlegungen und Diskussionen als auch durch die Lektüre von philosophischen Texten, in denen methodisch geleitet argumentiert wird. Dabei stehen klassische Texte von bedeutenden Philosophen wie Sokrates, Platon, Aristoteles, Descartes, Hobbes, Kant, Hegel oder Nietzsche im Zentrum. Sie helfen bei der eigenen Denkarbeit und geben das Maß und Niveau vor, auf dem philosophische Fragen bedacht werden können und müssen.

 

Das Fach Praktische Philosophie in der Sekundarstufe I richtet sich gemäß § 37 des Schulgesetzes an Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen.  Es wird am Hardtberg-Gymnasium in allen Klassen der Sekundarstufe I (5, 6, 7, 8, 9) unterrichtet.Das Fach Philosophie in der Sekundarstufe II wird am Hardtberg-Gymnasium als Grundkurs im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld angeboten. Schülerinnen und Schüler, die in der gymnasialen Oberstufe nicht das Fach Religion belegen, müssen – mindestens bis zur Jgst. Q1 – das Fach Philosophie wählen. Über seinen Status als Ersatzfach für Religion hinaus kann Philosophie aber auch als 3. oder 4. Abiturfach gewählt werden. In diesem Fall müssen spätestens mit Beginn der Jgst. Q1 Klausuren geschrieben werden. Der Unterricht vermittelt bis zum Abitur die Kernkompetenzen, philosophische Texte auch eines gehobenen Schwierigkeitsgrades verstehen und philosophische Fragen selbstständig, methodisch geleitet und unter Bezugnahme auf Antworten aus der philosophischen Tradition durchdenken zu können. Auf diese Weise wird die Fähigkeit zum überzeugenden und schlüssigen Argumentieren, auch auf anderen Gebieten, entscheidend gefördert.