Account
Please wait, authorizing ...
×

Unerwarteterweise sorgt die HBG-Lehrerfußballmannschaft beim Turnier in Hennef für Furore.

IMG 7587klein

HENNEF (bur). – Wagen wir einen altsprachlich-humanistisch orientierten Einstieg in die Berichterstattung: gleich zwei antike Sprichwörter bewahrheiteten sich im Laufe des Fußballturniers, das der Fußballverband Mittelrhein für Lehrermannschaften ausrichtete. Heißt es doch zum einen: „Per angusta ad augusta“ („Durch die Enge zum Erfolg“) – und dem erfolgreichen Turnierverlauf ging tatsächlich eine erhebliche Enge auf den Autobahnen des Bonner Umlands voraus (was wieder einmal zu einer zeitlichen Punktlandung wenige Sekunden vor dem Anpfiff des ersten Spiels ohne jegliche Aufwärmphase führte). Und heißt es nicht bei Hesiod: „Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt“? Weniger die angenehmen Temperaturen als die Textur und unentrinnbare Langärmeligkeit der HBG-Trikots (s. Foto) ließen bereits nach wenigen Spielminuten vielfach den Schweiß rinnen. Förderverein, Prioritätentopf, ausrangierte Trikotsätze eines der zahlreichen ehemals von Jörg Bröckelmann gecoachten Teams? Abhilfe scheint ebenso möglich, wie sie nötig ist.

Doch betrachten wir das Spielgeschehen genauer. Zu Beginn wartete mit der Gesamtschule Leverkusen-Schlebusch ein unangenehmer Gegner auf die HBG-Mannschaft. Schon nach einer Minute Spielzeit geriet man in Rückstand: der Stürmer der Farbenstädter überlistete Keeper Fabian Seiler mit einem Volley-Heber der Kategorie „Der geht nur einmal bei 100 Versuchen rein.“ Glücklicherweise bewies das Team Nerven- und Charakterstärke und konnte durch Neuzugang David Rogner, der vor dem gegnerischen Tor einen ständigen Unruheherd darstellte, rasch ausgleichen. In der Folge war man dem Siegtreffer näher als die Schlebuscher, musste sich jedoch mit dem 1:1 begnügen.

Im zweiten Spiel ging es gegen das Geschwister-Scholl-Gymnasium aus Pulheim. Die Zusammenfassung liest sich wie folgt. Seiler. Bröckelmann. Imberg. Bröckelmann. Und Niketta! Bröckelmann. Burgmann. Reich. Bröckelmann. Rogner. Knapp vorbei. 0:0.

Da der Spielmodus das Weiterkommen von jeweils drei Teams aus den Fünfergruppen vorsah, boten sich nun noch zwei Chancen, den dafür nötigen Sieg einzufahren. Und gegen die Europaschule Bornheim gelang unseren Kickern ein Husarenstück. Aufgrund einer leichten Verletzung (s.o. zu den möglichen Gründen) übernahm Lorenz Niketta die Torhüterposition und konnte sich in einer ersten Drangphase der Bornheimer mehrfach auszeichnen. Dann gelang Fabian Seiler, der seine Stammposition als Goalie gegen einen offensiven Mittelfeldpart ausgetauscht hatte, ein Traumtor in Form eines Außenristhebers von außerhalb des Strafraums (Kategorie „Der geht nur einmal bei 100 Versuchen rein.“). Die folgende Verunsicherung nutzte David Rogner zum schnellen 2:0, nachdem der wuselige Fabian Imberg die gegnerischen Abwehrreihen am eigenen Strafraum erfolgreich unter Druck gesetzt hatte. Pikantes Detail: dem HBG-Team gelang damit als einzigem ein Sieg gegen den späteren Turniersieger, den man in der Vorrundentabelle sogar hinter sich ließ.

Im abschließenden Vorrundenspiel trotzte man dem Gruppensieger Gymnasium am Ölberg ein 0:0 ab. Die Defensivreihe Bröckelmann – Burgmann – Reich (der dritte Neuzugang) sorgte für Stabilität, und in der Offensive wurden Kräfte für die Zwischenrunde geschont. Die zahlreiche Fangemeinde, die in Person von Helmut Fauck erschienen war, rieb sich die Augen: ungeschlagen und mit nur einem Gegentor durch die Vorrunde – das war ein Novum.

Dokument2

Dass Die Mannschaft nicht über Auswechselspieler verfügte (insbesondere der Ausfall von Ricken, Schwake und Eglitis schmerzte), wurde ihr im ersten Zwischenrundenspiel gegen einen HBG-Namensvetter (die Heinrich-Böll-Gesamtschule aus Köln) zum Verhängnis. Sichtlich unausgeruht kassierte man drei Gegentore und blieb im Angriff blass.Zum letzten Spiel traf schließlich Mittelfeldmotor Jascha Greinus ein, den eiserne Pflichttreue an einem früheren Mitspielen gehindert hatte. Seine hochwertigen öffnenden Pässe belebten das Offensivspiel. Moritz Burgmann und Fabian Seiler schoben überlegt ein, erneut David Rogner setzten den Schlusspunkt zum 3:0 und damit einem versöhnlichen Abschluss.

Dokument1 

Weniger hochwertig war die Currywurst, die sich die Mannschaft zum Ausklang im Sinne des „Mens sana in corpore sano“ genehmigte und dabei die Halbfinals von außen betrachtete. Ganz ohne Zweifel ließ zudem das spielerische Niveau des Turniers nach dem Ausscheiden des HBG nach, die Partien waren zerfahren und es wurde ruppig.

Dokument3

Aus dieser Erkenntnis, der weitgehenden Stabilität in der Abwehr und der neugewonnenen Durchschlagskraft lassen sich optimistische Prognosen für kommende Turnierteilnahmen ableiten, so dass Zuversicht die Enttäuschung überwog.

Freuen konnte man sich schließlich am Rande für eine HBG-Kollegin, deren Ehemann im Team des Turniersiegers spielte. Wer errät, um wen es sich handelt, erhält ein Tuniersiegerbesieger-Trikot zum Freundschaftspreis.

Dokument4